Eine Zusammenfassung schreiben, die hängen bleibt: So geht's
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Eine Zusammenfassung zu schreiben ist die beliebteste Lerntechnik in den Niederlanden und zugleich die, die am häufigsten falsch angewendet wird. Das Problem: Die meisten Zusammenfassungen sind abgeschriebene Bücher. Du bist stundenlang damit beschäftigt, es fühlt sich produktiv an, aber dein Kopf hat kaum mitgemacht. So schreibst du eine Zusammenfassung, mit der du in der Klassenarbeit wirklich etwas anfangen kannst.
Die Hauptregel: Buch zu, dann erst schreiben
Der Unterschied zwischen Abschreiben und Zusammenfassen liegt in einem einfachen Handgriff: das Buch zuklappen. Lies einen Abschnitt aufmerksam, klapp das Buch zu und schreib dann auf, was der Kern war, in deinen eigenen Worten. Lässt du etwas aus oder weißt es nicht mehr, schaust du im Buch nach und ergänzt. Dieses kleine Ringen darum, es aus dem Kopf aufzuschreiben, ist das Lernen. Wer mit aufgeschlagenem Buch neben sich zusammenfasst, kopiert nur Text von links nach rechts.
Kürzer ist besser: Ziel ist ein Drittel
Eine Zusammenfassung, die fast so lang ist wie das Kapitel, ist keine Zusammenfassung. Faustregel: höchstens ein Drittel des Originaltexts, lieber weniger. Das zwingt dich auszuwählen, was wirklich wichtig ist, und dieses Auswählen ist wieder Denkarbeit, die deinem Gedächtnis hilft. Frag dich bei jedem Satz: Würde die Lehrkraft dazu eine Testfrage stellen? Nein? Weglassen.
Gib ihr eine Struktur, die du wiedererkennst
Eine gute Zusammenfassung ist keine Textwüste, sondern eine Landkarte des Kapitels. Nimm die Überschriften aus dem Buch als deine Überschriften, arbeite mit Pfeilen für Ursache und Wirkung, schreib Aufzählungen untereinander und lass Weißraum zwischen den Blöcken. Begriffe, die du kennen musst, bekommen einen festen Platz, zum Beispiel immer unterstrichen und mit der Definition dahinter. In der Klassenarbeit hast du diese Seite dann buchstäblich vor Augen.
Markieren ist erlaubt, aber mit Maß
Textmarker sind in der Phase vor dem Zusammenfassen nützlich, um den Kern aus dem Text zu fischen. Zwei Regeln halten es sinnvoll. Erst den ganzen Abschnitt lesen, dann erst markieren: Sonst färbst du Sätze ein, die sich hinterher als Nebensache entpuppen. Und beschränke dich auf höchstens ein Fünftel des Textes, mit einem festen Farbcode, zum Beispiel Gelb für Kernbegriffe und Grün für Beispiele. Eine Seite, die komplett leuchtet, sagt vor allem, dass nicht ausgewählt wurde.
Die Zusammenfassung ist der Anfang, nicht das Ende
Hier geht es bei vielen Schülerinnen und Schülern schief: Die Zusammenfassung ist fertig, also fühlt sich das Lernen erledigt an. Aber eine Zusammenfassung zu schreiben ist die erste Lernrunde; die zweite ist, dich selbst daran abzufragen. Deck Teile mit der Hand ab und erzähl, was dort stand, oder mach aus den Kernbegriffen Karteikarten. Erst wenn du den Inhalt ohne die Zusammenfassung nacherzählen kannst, bist du so weit.
Wann funktioniert Zusammenfassen und wann nicht?
Zusammenfassen ist stark bei Fächern mit viel Text und Zusammenhängen: Geschichte, Biologie, Erdkunde, Wirtschaft. Für Vokabeln ist es umständlich (da sind Karteikarten schneller), und für Mathe bringt es kaum etwas: Dort lernst du, indem du Aufgaben rechnest, nicht indem du Theorie abschreibst. Wähle deine Technik also pro Fach, nicht aus Gewohnheit.
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Zu den TextmarkernLies auch: Karteikarten oder Zusammenfassung: Was funktioniert besser? und Wie lernst du am besten für eine Klassenarbeit?